1984


Lutz Pretsch zur LP "Ströme", 1984
Zuletzt sei noch auf eine LITERA-Platte (Nr. 865363) hingewiesen, die zwar bereits seit einigen Monaten im Handel ist, aber durch originäre Note und hohe Qualität Maßstäbe setzt: "Ströme. Negerlyrik aus zwei Kontinenten". Es sind gesungene, gesprochene, geflüsterte und herausgeschriene Texte in hervorragender Nachdichtung, Kraftvoll, ergreifend, nahezu schmerzhaft , expressiv geben sie Einblick in das Fühlen einer Kultur, Rasse, sozialen Schicht. Die kehlige Stimme Wolfgang Dehlers, als Gesangsgegenpart Ruth Hohmann - erstaunlich, was die vielseitige Interpretin hier einbringt -, und die Kompositionen und Arrangements von Tobias Hartleb finden sich zu einer glücklichen Einheit. Dazu gesellt sich eine einfallsreiche Tonregie, .die mit interessanten Effekten (versetzt geschichtete Stimmen) zusätzliche Spannung, und akustischen Reiz einzubringen weiß. Hier wird Hören wirklich zum Erlebnis.
Zutiefst beeindruckt hat mich Auswahl und Gestaltung (Wolfgang Dehler/Ruth Hohmann) der -Lyrik aus zwei Kontinenten, von Litera unter dem Titel "Ströme" heraufgebracht - Das Gebotene zwingt zur Aufmerksamkeit, zum Mitdenken, zur eigenen Stellungnahme, zumal die Texte, in einfühlsamen deutschen Nachdichtungen vorliegend, von Wolf gang Dehler und Ruth Hohmann - ob nun als Aufschrei oder in Reflektion des erwachenden Selbstbewußtseins der Afrikaner und Afroamerikaner -, faszinierend interpretiert werden. Wie beispielsweise Ruth Hohmann, Hochschuldozentin und hochbefähigte Jazzinterpretin, ihre zumeist als Backgroundgesang angelegten Parts ausfüllt, wie sie nuanciert "in der Stimmung" liegt, das verstehen wir beispielsweise unter Nichterlernbar. Mann hat's oder man hat's nicht. Die ebenso aussagewirksame Musik mit Bezugslinien zum Blues und Gospel schrieb der Dresdner Komponist Tobias Hartleb
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