2008


Konzertbericht, 29.03.08, "Volles Haus im Jazz Club" Jazzclub Holzminden
Schade, wer es versäumt hat. Das Jazz Collegium Berlin & Sängerin Ruth Hohmann bescherten den Jazzfans im Jazz Club Holzminden, am Samstag den 29. März, einen unvergesslichen Abend. Ihr Mainstreet-Jazz ist durch einen modernen, swingenden Sound geprägt.
 
Durch das Programm führte Bassist und Bandleader Stefan Lasch. Die anderen Bandmitglieder waren Hartmut Behrsing (tb), Patrick Braun (sax,cl) Hans Georg Hentschel (tp), Andreas Hentschel (dr) und Dr. Volker Kaufmann (p,voc). Die Band begann zunächst ohne ihre Sängerin und brachte die Zuhörer in Stimmung. &dbquo;All of me war dann das erste Stück mit Ruth Hohmann. Sie wird nicht zu unrecht mit Jazzgrössen wie Mahalia Jackson oder Ella Fitzgerald verglichen. Im ersten Set spielte die Band dann noch bekannte Stücke wie &dbquo; Mac the knife, &dbquo;Night and day, &dbquo;Sweet Georgia Brown und &dbquo;Route 66. Auch das Volkslied &dbquo;Nun will der Lenz uns grüssen wurde gekonnt verjazzt.
 
Der zweite Set begann mit &dbquo;Let me see" und einem hervorragenden Schlagzeug- und Saxophonsolo. Bei &dbquo;Rosetta begeisterte Dr. Volker Kaufmann am Klavier. Auch das Solo am Kontrabass zu &dbquo;Jada war klasse. Das Stück wurde mit tollen Tempowechseln vorgetragen. Sehr gekonnt dann noch &dbquo;Moonlight in Vermont und &dbquo;Flying Home zum Schluss des zweiten Sets.
 
Ein Solo des glänzend aufgelegten Posaunisten zum &dbquo;Tin Roof Blues" eröffnete den letzten Teil des Abends. Bei &dbquo;I love you, &dbquo;Er ist sauer auf dir und dem &dbquo;Basin Street Blues" zeigte Ruth Hohmann noch mal ihr ganzes Können. Zum Schluss gab es einen langen Applaus des gegeisterten Publikums und die Band gab noch zwei Zugaben. Mit &dbquo;Blueberry Hill und &dbquo;Guten Abend, Gute Nacht endete ein aussergewöhnliches Konzert im Jazz Club Holzminden. Dass Ruth Hohmann und das Jazz Collegium Berlin recht bald wiederkommen sollen, darüber waren sich alle einig.
 
Schwaanerblatt, 21.01.08 "Swingtime" Leserbrief Fam. Roßberg
Als rhythmische Qualität des Jazz - Jazzstil der dreißiger und vierziger Jahre - bekannt als Musik für Bigbands wie Count Bassie, Duke Ellington, Benny Goodmann, Hing Grosby und viele Bands danach auch in Deutschland. Als Fortsetzung im neuen Gewand hatte zum J. Konzert 2008 wieder die Sachgasse 25 am vergangenen Sonnabend eingeladen.
Erwartungsvolle Gäste, dicht gedrängt bis auf den letzten Platz, waren gekommen um ein Konzert der besonderen Klasse zu erleben. Wer konnte den Ansprüchen der Swingklassiker wohl genügen?
Die Antwort daraufließ nicht auf sich warten.
Als die ersten Töne von Dr. med. Volker Kaufmann am Klaviar und Tonmeister Stefan Lasch am Kontrabass ertönten wurde es still im Lokal und man spürte eine ungewöhnliche Atmosphäre. Die große alte Dame des Jazz, Ella des Ostens" Ruth Hohmann" ( geb. 1931 in Eisenach) betrat unter stürmischen Applaus das Podium. 1m Stil von Ella Fitzgerald und Mahalia Jackson, aus einer vergangenen Epoche, interpretierte sie bekannte Weisen in neuer, von ihr geprägten, mitreißenden Art und einer bezauberten Stimme. Kein Wunder, das Publikum war.. von der 1. Minute an auf ihrer Seite und lauschte aufmerksam, bewundernd und auch nachdenklich den Songs und in Noten gefassten Geschichten mit einer Gestik und Dynamik sondergleichen.
Besonders ihren Zuhörern gefielen: " Und der Haifisch der hat Zähne" aus der Dreigroschen Oper von Brecht/Weil, Night and Day, Sweet Georgia Brown und eigene Texte auf bekannte Jazzstandards. Mit kindlicher Stimme antwortete sie tief: zum Verwechseln ähnlich, dem lachenden Onkel Satschmo Armstrong.
Als Zugabe und Dank brillierte sie mit Brahms "Morgen früh, so Gott will, wirst du wieder geweckt."
An dieser Stelle muß Jobenswert das einfühlsame Zusammenspiel ihrer musikalischen Begleiter erwähnt werden, das sich aus jahrelanger Zusammenarbeit ergibt. (1974) Sie selbst spricht bei ihren großen Erfolgen immer nur von der" Band", dem Jazz Collegium Berlin.
Was uns an diesem Abend angenehm auffiel: Der Bassist Stefan Lasch führte mit lustigen, aber sachlichen Worten durch das Programm und leitete geschickt von einem Song zum anderen. Er brauchte dazu keine mit Karteikarten ringende Hände oder Kugelschreiber zum Spielen. Über die Worte: " und ä h m ja" verfügte er nicht, sondern nur ein wohlklingendes und deutliches
Deutsch.
In allem ein gelungener, geselliger Abend unter Freunden an dem auch der NDR Hamburg nach kurzer Zeit wieder in Schwaan aufzeichnete und dessen Kameramann zeitweise vor den Füßen der Gäste, fast auf dem Boden liegend, einige Passagen auf das Objektiv der Kamera bannte.
Dem Team der Sackgasse 25 wünschen wir noch weitere Höhepunkte bei vollem Haus für das Jahr 2008.

ND, 10.01.08 "FREUDE AN JAZZ, LYRIK UND PROSA" von Walter Kaufmann
Wie ein Magnet. Schon seit vielen Jahren ist »Jazz-Lyrik-Prosa« ein Erfolg und füllte gerade wieder die Komische Oper in der Behrenstraße in Mitte bis auf den letzten Platz. Das lässt dem rührigen Spiritus Rector Werner Josh Sellhorn das Herz höher schlagen. Denn wieder einmal wird hier bewiesen, was zu DDR-Zeiten die Leute auf die Beine brachte, zieht noch immer.
Warum? Das ist so, weil das Berliner Jazz Collegium einfach gut ist und weil es die Sängerin Ruth Hohmann dabei hat. Diese Künstlerin ist und bleibt phänomenal. Bei der Art, wie sie Freight Train Blues hinlegt, würden ihr die Südstaaten- Tramper von Alabama bis Mississippi mit blankem Erstaunen lauschen. Woher hat diese Deutsche das, fragt man sich.
Und was die Schauspielerin Walfriede Schmitt angeht, die ich wegen ihrer jüdischen Geschichten schätze, die kann auch singen und zudem noch mit großer Präsenz einen Text Hölderlins so vortragen, dass die Leute in sich gehen.
Doch dann wieder gehen sie aus sich heraus und lachen, dass es widerhallt, wenn Edgar Külow, der sich älter macht als er ist, »Die Mongolen kommen« darbietet - was, wie man hört, ihm zu DDR-Zeiten versagt war. Und alle applaudieren fröhlich, nachdem Ursula Staack vom Deutschen Theater und Ursula Werner vom Maxim-Gorki-Theater Kabinettstücke über die Rampe gebracht haben wie »Knupperkirschen mit Vanilleeis« und »Ucki, Ucki, Schnork ­Schnork«.
So etwas wie »Jazz, Lyrik, Prosa« will erlebt sein. Folglich war wieder - wie gern berichtet - die Komische Oper für dieses Programm prompt ausverkauft.
2011
 
2010
 
2009
 
2008
 
2007
 
2006
 
2003
 
2002
 
1998
 
1991
 
1984
 
1979
 
2011
1961
 
1975
1961