2010


Ostsezeitung 6.12.2010 "Jazz im Gewächshaus -
Mitreißendes Jazz-Konzert in ungewohntem Ambiente beeindruckte  das Publikum" von Juliane Lange
Dierkow - Dass es sich in einem beinahe tropenwarmen Gewächshaus zwischen rund 20000 roten Weih‧nachtssternen und mehr als 4000 Weihnachtsbäumen gediegen jazzen lässt, war wohl für den einen oder anderen Besucher des Advents- Konzertes bei Grönfingers ein Novum: "Es ist gerade die ungewöhnliche Mischung, die diesen Abend zu einem einzigartigen Erlebnis macht˜', erzählte der Geschäftsführer des Gartenfachmarktes, Eckhard Heinemann sichtlich stolz.
 
In den gläsernen Hallen des studierten Pflanzenexperten erlebte der 44-Jährige und mit ihm rund 150 begeisterte Jazz- Fans am Sonnabend das Jazz Collegium Berlin sowie die 79-jährige Musiklegende Ruth Hohmann. Inmitten des sechsköpfigen Herren-Ensembles war die "Ella des Ostens" die umjubelte Grande Dame des Abends.
 
Die Zuschauer zeigten sich schlichtweg entzückt vom grandiosen Querschnitt aus ihrem musikalischen Repertoire.
Es waren Titel wie "Beale Street Blues" oder . "Blue Berry Hill", die das gesangliche Talent der rüstigen Jazzerin offenbarten. Keine Spur von Aufregung oder Lampenfieber - immerhin feiert die gebürtige Eisenacherin nächstes Jahr 50 -jähriges Bühnenjubiläum.
 
Großartig unterhalten fühlten sich die Gäste spätestens jenem unvergleichlichen Moment, als Hohmann in "When the Saints" eine Trompete imitierte und ihre komödiantische Ader aufblitzen ließ.
"Ein fantastisches Konzert", urteilte Jazzliebhaber Matthias Schuchardt (24). Als sich der Abend scheinbar dem Ende zu neigte, trat die Rostocker Jazz-Lady Jaqueline Boulanger aus den hinteren Zuschauerreihen ins leuchtende Rampenlicht.
"Es gibt nicht viele Künstler, die diese Musik so authentisch aufspielen", lobte Boulanger die Sängerin.
Gemeinsam gaben die beiden virtuosen Stimmen gefeierte  Zugaben.
 
Märkische Oderzeitung 19.04.2010 "Ruth Hohmann – Jazz-Sängerin im Duett mit sich selbst" von  Regina Mattern
Fürstenwalde (moz) Jazz hält jung. Das erlebten die rund 80 Besucher, die dem Fürstenwalder Kulturverein am Sonnabend zum 10. Konzert des Jazzclubs in die Kulturfabrik gefolgt waren. Zu Gast war die &dbquo;Grande Dame des deutschen Jazz, wie Kontrabassist und Moderator Stefan Lasch sie vorstellte: Ruth Hohmann.
 
Die inzwischen 78-Jährige begeisterte von Anfang an das Publikum mit dem großen Variationsbreite ihrer Stimme, mit ihrer von jeglichen Allüren freien Art, mit ihrer Kunst. Sie beherrscht wie kaum ein anderer deutscher Jazzmusiker alle Facetten dieser Musikrichtung. Dazu bewegte sie sich auf der Bühne leichtfüßig und temperamentvoll. Dritter im Bunde war Pianist und Posaunist Hartmut Behrsing. Er ist manchen vielleicht bekannt als Komponist zweier Vorspänne für den Polizeiruf 110 vor 1989.
&dbquo;Jazz Is What I’m Living For, so lautete das Motto der Veranstaltung. Ruth Hohmann und ihre beiden Vollblutmusiker begeisterten mit bekannten und weniger bekannten Stücken, interpretiert auf die der Sängerin ganz eigene Art. Stücke wie &dbquo;Sweet Georgia Brown, &dbquo;When The Saints, &dbquo;Und der Haifisch, der hat Zähne oder &dbquo;Up Town, down Town erzeugten Begeisterung.
Besonders aber beeindruckte &dbquo;I Can’t Give You, ein Duett, mit sich selbst gesungen: zum Teil mit einer hohen, fast fisteligen Stimme, zum Teil mit einer kräftigen tiefen Stimme. &dbquo;Sie hat zwei Stimmen im Hals, kommentierte Hartmut Behrsing. Kaum einer der Gäste saß noch still auf seinem Platz. Die einen nickten im Takt mit dem Kopf, die anderen wippten mit den Füßen, wieder andere bewegten den ganzen Oberkörper nach der Musik. Und immer brandete Beifall auf, wenn die beiden Instrumentalisten die Pausen zwischen dem Gesang nutzten, um ihre Klasse zu beweisen. Die Spielfreude, die Gestik und Mimik der Künstler trugen dazu bei, dass die Zuhörer fasziniert auf die Bühne schauten.
Locker und sachlich, aber auch satirisch führte zudem Stefan Lasch durch das Programm. Er erklärte beispielsweise, warum Ruth Hohmann fast ausschließlich in englischer Sprache singt. &dbquo;Es wurde immer wieder mal versucht, Texte ins Deutsche zu übersetzen, aber das kann man heute nicht mehr singen. Das würde sofort Umwelt- oder Tierschützer mobilisieren. Zum Beispiel, wenn es hieße: ,Stell dir vor, wir hätten was zu rauchen‘.
 
Heide Schulze aus Fürstenwalde genoss den Abend. &dbquo;Das sind alles drei tolle Musiker. Die Sängerin hat eine perfekte Technik, singt sehr einfühlsam. Das Konzert gehört für mich zu den besten, die ich in diesem Jahr besucht habe. Heide Schulze ist Mitglied des Jazzklubs des Kulturvereins.
Beate Röschl, ebenfalls aus Fürstenwalde, sagte der MOZ: &dbquo;Mir gefällt die Künstlerin so gut, dass ich schon zum zweiten Mal in ihr Konzert gegangen bin. Ihre Lebendigkeit, ihr ganze Mentalität – die Frau verkörpert für mich Musik. Nicht ganz so zufrieden war Organisator Peter Apitz. &dbquo;Das Konzert ist toll, die Leute lassen sich mitreißen. Aber ich hatte schon gehofft, dass so 100 bis 120 Gäste kommen. Unsere 21 Mitglieder des Jazzclubs, die solche Veranstaltungen möglich machen, übernehmen von der Vorbereitung bis zum Einlass alles ehrenamtlich. Da ist es doch schade, wenn wenige kommen.
 
Ruth Hohmann beeinflusste es indessen nicht, dass sie für so wenige Gäste sang. Bis 22.30 Uhr unterhielt sie mit ihren Musikern das Publikum und verabschiedete es dann mit &dbquo;Guten Abend, gute Nacht, mit Rosen bedacht – natürlich im Jazzformat.
2011
 
2010
 
2009
 
2008
 
2007
 
2006
 
2003
 
2002
 
1998
 
1991
 
1984
 
1979
 
2011
1961
 
1975
1961