2011

Meißner Tageblatt 10.02.2011, &dbquo;Grand Old Lady im Konzert"  von W. Zimmermann
Jazzsängering Ruth Hohmann Gastierte in Coswig  
Erwin Strittmatter hätte sie wohl eine ,Andertbalbmeter-Großmutter" genannt. Viel mehr als diese Körperhöhe erreicht die Jazzsängerin Ruth Hohmann tatsächlich nicht. Umso erstaunt es, über welchen Umfang die Stimme der 79- jährigen Sängerin immer noch verfügt Immerhin: Am 19. August dieses Jahres wird sie ihren 80. Geburtstag feiern.
Am Abend des 6. Februar gastierte Ruth Hohmann im Gemeindezentrum von Coswig (warum eigentlich nicht in der ,,Börse"?) vor einem bestens gestimmten und wohltuend jazzbegeisterten Publikum. Begleitet wurde sie bei ihrem Auftritt vom Pianisten und Posaunisten.Hartmut Behrsing und dem Bassisten Stefan Lasch. Beide gehören zum renommierten  &dbquo;Jazz Collegium Berlin", in dem Ruth Hohmann bereits seit 1972 den Part der Sängerin besetzt.
Mit &dbquo;I’m Confessin that I Love You - einem 1930 von Doc Dangherty nach einen Text von Al Neiburg komponierten wunderbar sanften Jazzstandard - startete die Hohmann das Konzert. Mit dem &dbquo;Mackie Messer Song", der &dbquo;Sophisticated Lady und der verruchten &dbquo;Sweet Georgia Brown (die eigentlich ein sehr loses Weibe gewesen sei, so Stefan Lasch) sammelte sie gleich in der ersten halben Stunde jede Menge Pluspunkte.
Das hat Ruth Hohmann im Grunde aber gar nicht nötig, denn vierzig Jahre Jazzgesang auf der Konzertbühne inclusive einer 20 -jährigen Dozententätigkeit an der Berliner Musikhochschule  ,,Hanns Eisler" ließen die kleine große Frau allen nur möglichen Stürmen trotzen. Noch immer steckt in ihrer Stimme nicht nur eine unbändige Kraft, sondern auch ein wunderbar swingendes Timbre. Das ermöglicht es ihr, mühelos auch die schwierigsten Klippen im Jazzgesang zu meistern. Die gibt es zum Beispiel in Ray Charles Hymne ,,Hallellujah"; in der zwar volkstümlichen, aber dennoch nicht unkomplizierten Dixie-Nummer "Oh When The Saints Go Marching In"; in Gershwins "S' wonderful" und nicht zuletzt in dem Mitsinger ,,Bye, bye Blackbird".
Dass Pianist Behrsing und Bassist Lasch trotz der enormen Präsenz von Ruth Hohmann immer auch mit eigener Virtuosität punkten konnten, ist wohl in der jahrzehntelangen Zusammenarbeit begründet. Beide haben natürlich Gewichtiges einzusetzen. So komponierte Behrsing etwa einst die Titelmusik zur Krimireihe "Polizeiruf 110". Stefan Lasch leitet nicht nur das ,,Jazz Collegium Berlin", sondern gab sich auch als Freund und Sammler von Kontrabass- Zitaten zu erkennen. Dazu gehört auch der folgende, von Hanns Eisler geprägten Ausspruch: ,,Höre ich den Bass nicht, scheiß ich auf die Melodie!"
Das Publikum im Coswiger Gemeindezentrum war bunt gemischt. Selbst einige Kinder waren mitgekommen und verfolgten genauso aufmerksam wie ihre Eltern oder Großeltern das Konzert. Und sie wurden von deren Begeisterung angesteckt.
Beim ,,Entertainer', der ersten Zugabe des Abends, klatschen sie im Rhythmus und beim sanften  "Guten Abend, gute Nacht" summten sie leise die Melodie mit.  Was für ein stimmungsvoller Abschluss.
 
Sächsische Zeitung, 07.02.2011 &dbquo;Der Saal im Gemeindezentrum bebte vor Begeisterung" von Gotthold Müller
Coswig hatte eingeladen zu einem Jazzabend der Extraklasse.
 
Seit einigen Jahren veranstaltet die evangelische Kirchgemeinde die Reihe &dbquo;Jazz im Gemeindezentrum", welche von ortsansässigen und auswärtigen Interessenten recht gut angenommen wird. Zu einem absoluten Höhepunkt gestaltete sich der Abend vergangenen Sonnabend der fast vollbesetzte Saal bebte vor Begeisterung.
Als erstes erklangen die beiden &dbquo;Polizeiruf-Musiken des DDR-Fernsehens aus den Jahren 1972 und 1980 vom Pianisten, Posaunisten und Komponisten &dbquo;Hatte" Behrsing, ein schöner Einstieg.
Stefan Lasch (Kontrabass) moderierte mit viel Geschick, Fachkenntnis und Humor.
 
Jazz-Lady der DDR
In diesem Jahr begeht die &dbquo;Jazz-Lady der DDR" Ruth Hohmann ihren 80. Ehrentag. Sie präsentierte sich in blendender Form, ein Erlebnis ohnegleichen. Im Verlauf der zweieinhalbstündigen Programmfolge erklangen natürlich – wie konnte es anders sein, etliche Standards wie z.B. &dbquo;Sweet Georgia Brown und &dbquo;Wunderfoll, schön dass auch weniger bekannte Titel wie z.B. "Sophisticated Lady" zu Gehör gebracht wurden.
Hartmut Behsing, der bis zu seiner Pensionierung über 40 Jahre Soloposaunist im Orchester der Komischen Oper Berlin war, pflegt ein gediegenes Klavierspiel, welches Virtuosität und Zartheit zu vereinen weiß, stark lugt das Element der Klassik hindurch.  Das Konzert der aparten Berliner Formation wurde durch kleine neckische Geschichten und Begebenheit (z.B. Begegnungen Hohmann und Lenz vor Jahrzehnten) zur Erheiterung aller aufgelockert.
 
Unterhaltung mit Satchmo
Als eine besondere Spezialität ist ein Fantasieduett von Ruth Hohmann zu bezeichnen, wo das kleine amerikanische Mädchen sich mit &dbquo;Satchmo" Louis Armstrong unterhält, dies macht der &dbquo;Swing-Lady" niemand nach. Einige Titel erklangen in Deutsch, ist doch von Haus aus der Jazz in der Regel immer in Englisch gehalten.
Zum Schluss kam es noch zu drei Zugaben. Ruth Hohmann und &dbquo;ihre beiden Mannen Hartmut Behrsing sowie Stefan Lasch gestalteten einen Abend, welcher so nicht gleich wiederkommen wird.
 
Freie Presse 6.02.2011 "Zwei tolle Tage: Dixieland im Berg"  von Katja Lippmann-Wagner
Gelungener Auftakt für artmontan 2011: Mehr als 800 Gäste in der Kaverne
Markersbach. So viel steht fest: Dixieland, Jazz und Blues funktionieren immer. Dafür spricht nicht nur, dass die drei ersten artmontan-Veranstaltungen des Jahres 2011 schon seit Wochen restlos ausverkauft waren. Auch die Stimmung in der untertägigen Kaverne war bei allen drei Konzerten bestens.
 
Am Freitagabend räumten Ruth Hohmann und das Jazz Collegium Berlin regelrecht ab. "Mir ist einfach unerklärlich, wie eine 79-jährige Frau eine solche Modulation in der Stimme haben kann", zeigte sich Ursula Haarig, Chefin des Kul(T)ourbetriebs im Erzgebirgskreis, begeistert. Das Pendant zu den Berlinern bot "The Salt River Dixie Band". Harald Blechschmidt aus Plauen gehört zu den treusten artmontan-Gästen. Er besuchte mit seiner Frau Gisela gleich beide Konzerte. "Ruth Hohmann ist eine Wucht: Sie singt in dem einen Moment in einer Stimmlage wie Leni Statz und plötzlich wie ein Bär. Sie ist zwar schon weit über 70, hat aber das Temperament einer 20-Jährigen. Einfach wunderbar", schwärmt der Plauener......
Für 2012 hofft Haarig das Thomas Stelzer Trio und das Jazz Collegium Berlin mit Ruth Hohmann für zusammenführen zu können. "Das wäre unser großer Wunsch für den Start ins 15. artmontan-Jahr."
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