2011-196


 
Neues Deutschland 19.08.2011, "Von wegen Hausfrau" von Martin Hatzius
Da schlurft eine biedere Alte durchs Publikum, rüstig immerhin, und wer esnicht besser weiß, wundert sich:
Was hat die denn auf einem Jazzkonzertverloren? Aber dann geht diese unscheinbare Frau – was ist denn hier los?– mit ihrem Handtäschchen auf die Bühne los und – schwupps ist sieoben – schnappt sich das Mikrophon. Die vermeintlich Verirrte ist: der Star.
Wenn Ruth Hohmann zu singen anhebt, zersetzen sich alle Zweifel inbegeistertes Staunen: So wie diese Grande Dame des ostdeutschen Jazz bisheute den Scat-Gesang beherrscht – das lautmalerische Aneinanderreihenscheinbar bedeutungsloser Silben, die sich in ihrer Improvisation aber zuausdrucksvollen, universal verständlichen Lebenslusterklärungen verbinden–, macht ihr das keine nach. Ruth Hohmann, die allürenfreie Seniorin mitden überragenden Sangesfertigkeiten, seit Jahrzehnten geliebt von Fans und Kollegen, wird heute – Tusch! – 80 Jahre alt.
Gefeiert wird – auf der Bühne. Wo sonst? Statt Gratulanten auf demheimischen Sofa zu empfangen, wie es in ihrem Alter keine Schande wäre,gibt die Hohmann an ihrem Ehrentag ein Konzert beim »Jazz inTown«-Festival in Berlin- Köpenick: »Ruth 8null – Birthday in Concert«. Namhafte Weggefährten, Freunde und einstige Schüler warten dazu mit einem Überraschungsprogramm auf. Längst ist die Feierausverkauft. Auch für das Konzert am Folgetag an selber Stelle – »Jazz Ladies: Ruth Hohmann, Uschi Brüning & Jacqueline Boulanger« – werden die Karten knapp. Das große Interesse an ihrer Kunst und ihrer Person mag Ruth Hohmann als das empfinden, was es ist: Würdigung eines Lebens im Zeichen des Jazz – mit einem halben Jahrhundert Bühnenerfahrung dürfte sie weltweit eine der Dienstältesten ihrer Zunft sein.
Geboren in Eisenach, Schauspielausbildung in Erfurt, Umzug nach Berlin mit Anfang 20, schlug sie bald die Laufbahn als Sängerin ein. Von Walter Kubiczek, Komponist und Rundfunkmann, bei dem sie den Titel »The Man ILove« vorsang, ist der schöne Satz überliefert: »Sie sind wohl wahnsinnig, hier auf Hausfrau zu machen! So was wie Sie läuft nur allepaar Jahrzehnte in Deutschland rum« (nach Stefan Lasch: Jazz Collegium Berlin & Ruth Hohmann. In: Freie Töne. Die Jazzszene in der DDR. Hg. v.Rainer Bratfisch, C.H. Links Verlag, 2005). Die Hohmann, in der man baldeine »Ella Fitzgerald des Ostens« erkannte, wurde zur ersten Jazzsängerin der DDR mit »Pappe«, also Berufsausweis. Ihrem Bühnendebüt mit den Jazz Optimisten im November 1961 folgten gemeinsame Arbeiten mit allen Größen des DDR-Jazz und Tourneen durchs In- undAusland.
Zäsur nach fünf prallen Jahren: Zwischen 1966 und 1972 war von der jungen, begeisternden Sängerin nichts mehr zu hören. Dass Hohmann »inder Sprache McCarhtys« sang, wurde in den oberen Etagen des Ulbricht-Staates nicht gerne gehört – überdies hatte sie es versäumt,ihre »Pappe« verlängern zu lassen. Der Neuanfang in den frühenSiebzigern – wieder mit Berufsausweis, diesmal gar einem der höchsten Klasse – brachte Hohmann mit dem frisch gegründeten Berliner Jazz Collegium zusammen, bis heute – auch beim Jubliäums-Konzert in Köpenick– »ihre« Band. Von Alfons Wonneberg an die Hanns-Eisler-Musikhochschule geholt, ergänzte die Sängerin von 1976 an für zwanzig Jahre ihren Künstler- um den Lehrberuf. Als Dozentin und Bereichsleiterin für Jazzund Chanson prägte sie Künstler wie André Herzberg, Inka Bause, Hendrik Bruch und viele weitere mit. Überdies trat sie gelegentlich als Schauspielerin in Erscheinung, zuletzt in Leander Haußmanns Film »NVA« von 2005.
Ironie der Geschichte: Ausgerechnet die Interpretin, der einst das Singen englischer Texte zum Verhängnis wurde, hat großen Spaß am eigensinnigenUmdichten der Texte von Jazz-Standards ins Deutsche, gern im Dialekt.Zuletzt beglückte sie im Mai 2011 das Publikum des 41. Dresdner Dixieland Festivals – seit den Siebzigern sind Hohmann und das Jazz Collegium dort gern gesehene Gäste – mit ihrer Version des »Chattanooga Choo Choo«.Zur durch Glenn Miller weltberühmt gewordenen Melodie, zu der UdoLindenberg sein »Sonderzug nach Pankow« eingefallen war, dichtete dieHohmann den »Dixiezug nach Dresden«, eine Hommage an ihre treuen sächsischen Fans in deren berüchtigt breitem Idiom: »Saachen Se mal /sind mir uns nich schon mal begeechnet? – Ja, Sie! – / Lang, lang ist'sher,/ so fuffzich Jahr' ungefähr. / Da waren mr frisch / und mit viel  Scheenheit noch geseechnet / und mir ham ohne Reschbekt / geechen denStachel gelöckt ...«
Alles andere als ein bröckelndes Denkmal, verkörpert die quicklebendige Ruth Hohmann eine Entwicklung der Jazz- Musik, die sich so (mit einigenHürden) nur in der DDR zugetragen hat. Wie und ob diese Tradition sich fortschreibt, wenn Hohmann und die anderen unermüdlichen Protagonistendieser Szene einmal von der Bühne getreten sein werden, steht in denSternen. Noch – welch ein Glück – sind sie dort zu erleben.

 
Märkische Oderzeitung (MOZ) 18.08.2011, "Grande Dame des Jazzgesangs" von
Heike Mildner.
Für eine Grande Dame ist sie eigentlich ein bisschen kleingeraten. 1,57 um genau zu sein.
Und doch ist Ruth Hohmann eine ganz Großedes Jazz – wenn das bislang augenscheinlich auch nur östlich der Elbe zur Kenntnisgenommen wurde. Heute feiert sie ihren 80. Geburtstag – und steht nachwie vor regelmäßig stimmgewaltig und kraftvoll auf der Bühne.
Selbst an ihrem Geburtstag!In Eisenach geboren, und aufgewachsen mit Schulchor, klassischemKlavierunterricht und Ballettausbildung, entdeckte sie als Teenager denJazz zunächst im Radio.­&dbquo;Nach 1945 sendete AFN Frankfurt jeden Freitag, 21. 45 Uhr, eineViertelstunde mit Duke Ellington, erinnert sich Ruth Hohmann, im Eisenacher Fürstenhof spielten Fritz Schulz-Reichel, Rita Paul und Bully Buhlan. Den amerikanischen Jazz hörte sie live erst nach 1951 in Berlin. Da war sie bereits ausgebildete Schauspielerin und verheiratet. Jazzkonzerte gab es zu der Zeit vorwiegend im Westen der Stadt. Sie erlebteLouis Armstrong und Ella Fitzgerald und begeisterte sich immer mehr fürden Jazz, der die Improvisation nicht nur zulässt, sondern von ihr lebt.&dbquo;Als die Mauer gebaut wurde, waren wir im Urlaub, antwortet RuthHohmann lakonisch auf eine naheliegende Frage. Klar habe sie in der DDR als Jazzerin Einschränkungen hinnehmen müssen,aber warum solle sie jetzt noch darüber reden? &dbquo;Das ist vorbei undüberstanden, wir haben uns durchgekämpft, und ich habe mich nicht von meinem Wegabbringen lassen.Die Mauer war ein Vierteljahr alt, da stand Ruth Hohmann zum ersten Mal alsJazzsängerin auf einer Bühne. Mit den &dbquo;Jazz Optimisten trat sie von da an regelmäßig auf, sang mitden Dresdner Tanz-Sinfonikern und in diversen Jazzformationen, bei Jazz-Lyrik-Prosa mit Manfred Krug und Wolf Biermann, im Amiga-Studiound mit Ernst Ludwig Petrowski beim Prager Jazz Festival. 1965 bekam sie die Titelpartie in der modernen Fernsehoper &dbquo;Hete, dienur die Beteiligten kennen, weil sie nie gesendet wurde. Mit Komponist Jean Kurt Forest, Texter Helmut Sakowski und Regisseur Harry Kupfer war das Projekt hochrangig besetzt. &dbquo;Sogar der Titel für die Fernsehzeitung war schon fertig, erinnertsich die Sängerin. Dann kam das Aus für den Film und ein Jahr später mit dem 11. Plenum fürden Jazz in der DDR überhaupt.&dbquo;Ein Auftrittsverbot wurde nie ausgesprochen.
Ich habe nur keine Arbeit mehr bekommen. Ruth Hohmann schulte nicht auf deutschsprachige Chansons um, wie man es ihranriet, sondern nahm sich sechs Jahre mehr Zeit für ihre beiden Töchter undlernte wieder englisch und französisch.1972 änderte sich mit Honecker – dem selben Honecker, der auf dem 11.Plenum gegen Nihilismus, Skeptizismus und Pornografie gewettert hatte – die kulturpolitische Wetterlage. Englischer Jazzgesang war wieder geduldet. Seitdem bezaubert Ruth Hohmann mit dem Jazz Collegium Berlin singend undswingend ihr Publikum, verzückt es mit Scat-Akrobatik und stellt sichhumorvoll-charmant und völlig frei von divenhaften Macken in den Dienstdes schwarzen Jazz und Blues. 20 Jahre vermittelte sie das, was sie sich selbst einmal beigebracht hatte,an der Hochschule für Musik und entwickelte aus der Praxis heraus eineeigene Methodikdes Jazzgesangs. Auch heute hat sie noch ein halbes Dutzend Privatschüler.Und was außer Jazz lässt sie so jung bleiben? &dbquo;Die Stimme brauchtÜbung. Ich singe mich vor jedem Auftritt ein wie eine Soubrette, überhaupt singe ich fast jeden Tag, mache Gymnastik, esse gesund.
Auch heute Abend steht Ruth Hohmann mit ihren Jazz-Kollegen wieder auf derBühne. 800 Gäste wollen das restlos ausverkaufte Geburtstagskonzertim Rathaushof in Alt-Köpenick erleben und Ruth Hohmann wünscht sich zu ihrem 80. besonders eins: schönes Wetter.
 
Meißner Tageblatt 10.02.2011, &dbquo;Grand Old Lady im Konzert"  von W. Zimmermann
Jazzsängering Ruth Hohmann Gastierte in Coswig  
Erwin Strittmatter hätte sie wohl eine ,Andertbalbmeter-Großmutter" genannt. Viel mehr als diese Körperhöhe erreicht die Jazzsängerin Ruth Hohmann tatsächlich nicht. Umso erstaunt es, über welchen Umfang die Stimme der 79- jährigen Sängerin immer noch verfügt Immerhin: Am 19. August dieses Jahres wird sie ihren 80. Geburtstag feiern.
Am Abend des 6. Februar gastierte Ruth Hohmann im Gemeindezentrum von Coswig (warum eigentlich nicht in der ,,Börse"?) vor einem bestens gestimmten und wohltuend jazzbegeisterten Publikum. Begleitet wurde sie bei ihrem Auftritt vom Pianisten und Posaunisten.Hartmut Behrsing und dem Bassisten Stefan Lasch. Beide gehören zum renommierten  &dbquo;Jazz Collegium Berlin", in dem Ruth Hohmann bereits seit 1972 den Part der Sängerin besetzt.
Mit &dbquo;I’m Confessin that I Love You - einem 1930 von Doc Dangherty nach einen Text von Al Neiburg komponierten wunderbar sanften Jazzstandard - startete die Hohmann das Konzert. Mit dem &dbquo;Mackie Messer Song", der &dbquo;Sophisticated Lady und der verruchten &dbquo;Sweet Georgia Brown (die eigentlich ein sehr loses Weibe gewesen sei, so Stefan Lasch) sammelte sie gleich in der ersten halben Stunde jede Menge Pluspunkte.
Das hat Ruth Hohmann im Grunde aber gar nicht nötig, denn vierzig Jahre Jazzgesang auf der Konzertbühne inclusive einer 20 -jährigen Dozententätigkeit an der Berliner Musikhochschule  ,,Hanns Eisler" ließen die kleine große Frau allen nur möglichen Stürmen trotzen. Noch immer steckt in ihrer Stimme nicht nur eine unbändige Kraft, sondern auch ein wunderbar swingendes Timbre. Das ermöglicht es ihr, mühelos auch die schwierigsten Klippen im Jazzgesang zu meistern. Die gibt es zum Beispiel in Ray Charles Hymne ,,Hallellujah"; in der zwar volkstümlichen, aber dennoch nicht unkomplizierten Dixie-Nummer "Oh When The Saints Go Marching In"; in Gershwins "S' wonderful" und nicht zuletzt in dem Mitsinger ,,Bye, bye Blackbird".
Dass Pianist Behrsing und Bassist Lasch trotz der enormen Präsenz von Ruth Hohmann immer auch mit eigener Virtuosität punkten konnten, ist wohl in der jahrzehntelangen Zusammenarbeit begründet. Beide haben natürlich Gewichtiges einzusetzen. So komponierte Behrsing etwa einst die Titelmusik zur Krimireihe "Polizeiruf 110". Stefan Lasch leitet nicht nur das ,,Jazz Collegium Berlin", sondern gab sich auch als Freund und Sammler von Kontrabass- Zitaten zu erkennen. Dazu gehört auch der folgende, von Hanns Eisler geprägten Ausspruch: ,,Höre ich den Bass nicht, scheiß ich auf die Melodie!"
Das Publikum im Coswiger Gemeindezentrum war bunt gemischt. Selbst einige Kinder waren mitgekommen und verfolgten genauso aufmerksam wie ihre Eltern oder Großeltern das Konzert. Und sie wurden von deren Begeisterung angesteckt.
Beim ,,Entertainer', der ersten Zugabe des Abends, klatschen sie im Rhythmus und beim sanften  "Guten Abend, gute Nacht" summten sie leise die Melodie mit.  Was für ein stimmungsvoller Abschluss.

Sächsische Zeitung, 07.02.2011 &dbquo;Der Saal im Gemeindezentrum bebte vor Begeisterung" von Gotthold Müller
Coswig hatte eingeladen zu einem Jazzabend der Extraklasse.

Seit einigen Jahren veranstaltet die evangelische Kirchgemeinde die Reihe &dbquo;Jazz im Gemeindezentrum", welche von ortsansässigen und auswärtigen Interessenten recht gut angenommen wird. Zu einem absoluten Höhepunkt gestaltete sich der Abend vergangenen Sonnabend der fast vollbesetzte Saal bebte vor Begeisterung.
Als erstes erklangen die beiden &dbquo;Polizeiruf-Musiken des DDR-Fernsehens aus den Jahren 1972 und 1980 vom Pianisten, Posaunisten und Komponisten &dbquo;Hatte" Behrsing, ein schöner Einstieg.
Stefan Lasch (Kontrabass) moderierte mit viel Geschick, Fachkenntnis und Humor.

Jazz-Lady der DDR
In diesem Jahr begeht die &dbquo;Jazz-Lady der DDR" Ruth Hohmann ihren 80. Ehrentag. Sie präsentierte sich in blendender Form, ein Erlebnis ohnegleichen. Im Verlauf der zweieinhalbstündigen Programmfolge erklangen natürlich – wie konnte es anders sein, etliche Standards wie z.B. &dbquo;Sweet Georgia Brown und &dbquo;Wunderfoll, schön dass auch weniger bekannte Titel wie z.B. "Sophisticated Lady" zu Gehör gebracht wurden.
Hartmut Behsing, der bis zu seiner Pensionierung über 40 Jahre Soloposaunist im Orchester der Komischen Oper Berlin war, pflegt ein gediegenes Klavierspiel, welches Virtuosität und Zartheit zu vereinen weiß, stark lugt das Element der Klassik hindurch.  Das Konzert der aparten Berliner Formation wurde durch kleine neckische Geschichten und Begebenheit (z.B. Begegnungen Hohmann und Lenz vor Jahrzehnten) zur Erheiterung aller aufgelockert.

Unterhaltung mit Satchmo
Als eine besondere Spezialität ist ein Fantasieduett von Ruth Hohmann zu bezeichnen, wo das kleine amerikanische Mädchen sich mit &dbquo;Satchmo" Louis Armstrong unterhält, dies macht der &dbquo;Swing-Lady" niemand nach. Einige Titel erklangen in Deutsch, ist doch von Haus aus der Jazz in der Regel immer in Englisch gehalten.
Zum Schluss kam es noch zu drei Zugaben. Ruth Hohmann und &dbquo;ihre beiden Mannen Hartmut Behrsing sowie Stefan Lasch gestalteten einen Abend, welcher so nicht gleich wiederkommen wird.

Freie Presse 6.02.2011 "Zwei tolle Tage: Dixieland im Berg"  von Katja Lippmann-Wagner
Gelungener Auftakt für artmontan 2011: Mehr als 800 Gäste in der Kaverne
Markersbach. So viel steht fest: Dixieland, Jazz und Blues funktionieren immer. Dafür spricht nicht nur, dass die drei ersten artmontan-Veranstaltungen des Jahres 2011 schon seit Wochen restlos ausverkauft waren. Auch die Stimmung in der untertägigen Kaverne war bei allen drei Konzerten bestens.

Am Freitagabend räumten Ruth Hohmann und das Jazz Collegium Berlin regelrecht ab. "Mir ist einfach unerklärlich, wie eine 79-jährige Frau eine solche Modulation in der Stimme haben kann", zeigte sich Ursula Haarig, Chefin des Kul(T)ourbetriebs im Erzgebirgskreis, begeistert. Das Pendant zu den Berlinern bot "The Salt River Dixie Band". Harald Blechschmidt aus Plauen gehört zu den treusten artmontan-Gästen. Er besuchte mit seiner Frau Gisela gleich beide Konzerte. "Ruth Hohmann ist eine Wucht: Sie singt in dem einen Moment in einer Stimmlage wie Leni Statz und plötzlich wie ein Bär. Sie ist zwar schon weit über 70, hat aber das Temperament einer 20-Jährigen. Einfach wunderbar", schwärmt der Plauener......
Für 2012 hofft Haarig das Thomas Stelzer Trio und das Jazz Collegium Berlin mit Ruth Hohmann für zusammenführen zu können. "Das wäre unser großer Wunsch für den Start ins 15. artmontan-Jahr."

Ostsezeitung 6.12.2010 "Jazz im Gewächshaus -
Mitreißendes Jazz-Konzert in ungewohntem Ambiente beeindruckte  das Publikum" von Juliane Lange

Dierkow - Dass es sich in einem beinahe tropenwarmen Gewächshaus zwischen rund 20000 roten Weih‧nachtssternen und mehr als 4000 Weihnachtsbäumen gediegen jazzen lässt, war wohl für den einen oder anderen Besucher des Advents- Konzertes bei Grönfingers ein Novum: "Es ist gerade die ungewöhnliche Mischung, die diesen Abend zu einem einzigartigen Erlebnis macht˜', erzählte der Geschäftsführer des Gartenfachmarktes, Eckhard Heinemann sichtlich stolz.

In den gläsernen Hallen des studierten Pflanzenexperten erlebte der 44-Jährige und mit ihm rund 150 begeisterte Jazz-Fans am Sonnabend das Jazz Collegium Berlin sowie die 79-jährige Musiklegende Ruth Hohmann. Inmitten des sechsköpfigen Herren-Ensembles war die "Ella des Ostens" die umjubelte Grande Dame des Abends.

Die Zuschauer zeigten sich schlichtweg entzückt vom grandiosen Querschnitt aus ihrem musikalischen Repertoire.
Es waren Titel wie "Beale Street Blues" oder . "Blue Berry Hill", die das gesangliche Talent der rüstigen Jazzerin offenbarten. Keine Spur von Aufregung oder Lampenfieber - immerhin feiert die gebürtige Eisenacherin nächstes Jahr 50-jähriges Bühnenjubiläum.

Großartig unterhalten fühlten sich die Gäste spätestens jenem unvergleichlichen Moment, als Hohmann in "When the Saints" eine Trompete imitierte und ihre komödiantische Ader aufblitzen ließ.
"Ein fantastisches Konzert", urteilte Jazzliebhaber Matthias Schuchardt (24). Als sich der Abend scheinbar dem Ende zu neigte, trat die Rostocker Jazz-Lady Jaqueline Boulanger aus den hinteren Zuschauerreihen ins leuchtende Rampenlicht.
"Es gibt nicht viele Künstler, die diese Musik so authentisch aufspielen", lobte Boulanger die Sängerin.
Gemeinsam gaben die beiden virtuosen Stimmen gefeierte  Zugaben.

Märkische Oderzeitung 19.04.2010 "Ruth Hohmann – Jazz-Sängerin im Duett mit sich selbst" von  Regina Mattern
Fürstenwalde (moz) Jazz hält jung. Das erlebten die rund 80 Besucher, die dem Fürstenwalder Kulturverein am Sonnabend zum 10. Konzert des Jazzclubs in die Kulturfabrik gefolgt waren. Zu Gast war die &dbquo;Grande Dame des deutschen Jazz, wie Kontrabassist und Moderator Stefan Lasch sie vorstellte: Ruth Hohmann.

Die inzwischen 78-Jährige begeisterte von Anfang an das Publikum mit dem großen Variationsbreite ihrer Stimme, mit ihrer von jeglichen Allüren freien Art, mit ihrer Kunst. Sie beherrscht wie kaum ein anderer deutscher Jazzmusiker alle Facetten dieser Musikrichtung. Dazu bewegte sie sich auf der Bühne leichtfüßig und temperamentvoll. Dritter im Bunde war Pianist und Posaunist Hartmut Behrsing. Er ist manchen vielleicht bekannt als Komponist zweier Vorspänne für den Polizeiruf 110 vor 1989.
&dbquo;Jazz Is What I’m Living For, so lautete das Motto der Veranstaltung. Ruth Hohmann und ihre beiden Vollblutmusiker begeisterten mit bekannten und weniger bekannten Stücken, interpretiert auf die der Sängerin ganz eigene Art. Stücke wie &dbquo;Sweet Georgia Brown, &dbquo;When The Saints, &dbquo;Und der Haifisch, der hat Zähne oder &dbquo;Up Town, down Town erzeugten Begeisterung.
Besonders aber beeindruckte &dbquo;I Can’t Give You, ein Duett, mit sich selbst gesungen: zum Teil mit einer hohen, fast fisteligen Stimme, zum Teil mit einer kräftigen tiefen Stimme. &dbquo;Sie hat zwei Stimmen im Hals, kommentierte Hartmut Behrsing. Kaum einer der Gäste saß noch still auf seinem Platz. Die einen nickten im Takt mit dem Kopf, die anderen wippten mit den Füßen, wieder andere bewegten den ganzen Oberkörper nach der Musik. Und immer brandete Beifall auf, wenn die beiden Instrumentalisten die Pausen zwischen dem Gesang nutzten, um ihre Klasse zu beweisen. Die Spielfreude, die Gestik und Mimik der Künstler trugen dazu bei, dass die Zuhörer fasziniert auf die Bühne schauten.
Locker und sachlich, aber auch satirisch führte zudem Stefan Lasch durch das Programm. Er erklärte beispielsweise, warum Ruth Hohmann fast ausschließlich in englischer Sprache singt. &dbquo;Es wurde immer wieder mal versucht, Texte ins Deutsche zu übersetzen, aber das kann man heute nicht mehr singen. Das würde sofort Umwelt- oder Tierschützer mobilisieren. Zum Beispiel, wenn es hieße: ,Stell dir vor, wir hätten was zu rauchen‘.

Heide Schulze aus Fürstenwalde genoss den Abend. &dbquo;Das sind alles drei tolle Musiker. Die Sängerin hat eine perfekte Technik, singt sehr einfühlsam. Das Konzert gehört für mich zu den besten, die ich in diesem Jahr besucht habe. Heide Schulze ist Mitglied des Jazzklubs des Kulturvereins.
Beate Röschl, ebenfalls aus Fürstenwalde, sagte der MOZ: &dbquo;Mir gefällt die Künstlerin so gut, dass ich schon zum zweiten Mal in ihr Konzert gegangen bin. Ihre Lebendigkeit, ihr ganze Mentalität – die Frau verkörpert für mich Musik. Nicht ganz so zufrieden war Organisator Peter Apitz. &dbquo;Das Konzert ist toll, die Leute lassen sich mitreißen. Aber ich hatte schon gehofft, dass so 100 bis 120 Gäste kommen. Unsere 21 Mitglieder des Jazzclubs, die solche Veranstaltungen möglich machen, übernehmen von der Vorbereitung bis zum Einlass alles ehrenamtlich. Da ist es doch schade, wenn wenige kommen.

Ruth Hohmann beeinflusste es indessen nicht, dass sie für so wenige Gäste sang. Bis 22.30 Uhr unterhielt sie mit ihren Musikern das Publikum und verabschiedete es dann mit &dbquo;Guten Abend, gute Nacht, mit Rosen bedacht – natürlich im Jazzformat.

Konzerbericht  4.12.2009  "Jingle Bells - Jazz ist Weihnachten"
Grönfingers Rostocks Gartenfachmarkt GmbH von Eckhard Heinemann

Gestern (4.12.2009) wurden wir in ausverkauftem Haus Augen- und Ohrenzeugen eines besonderen Konzerterlebnisses!
"Jingle Bells - JAZZ ist Weihnachten" - so der Titel des abendfüllenden Programms.
Das JAZZ COLLEGIUMS Berlin faszinierte sein Publikum mit bekannter außźergewöhnlicher Musizier- und Sangesfreude. Im Zusammenspiel mit der sehr virtuosen Grand Dame des deutschen Jazz - Ruth Hohmann - entwickelte sich ein Klangerlebnis, welches zukünftig wohl schwer zu überbieten ist.
Eingebettet in die außergewöhnliche Atmosphäre rund um unser Café Botanica ließ sich so auch der letzte Weihnachtsmuffel auf die kommenden Wochen einstimmen.
"Wir haben noch nie zwischen so vielen Blumen gespielt" so Ruth Hohmann vor dem Konzert.
"Ein Mal ist kein Mal" haben wir uns daraufhin gesagt und so freuen wir uns bereits jetzt auf 2010: der Idee einer "Fortsetzung" dieses Abends am Freitag, den 03. Dezember 2010 haben Ruth Hohmann und alle Musiker des JAZZ COLLEGIUMS Berlin ebenso begeistert zugestimmt!

Konzertbericht, 26.04.09, "Geburtstagsfeier mit heißen Rhythmen im Kesselhaus" von Joachim Schütz

Zum 8. Geburtstag des Fördervereins und als Zeichen seiner Lebendigkeit sollte es im Kesselhaus musikalisch richtig &dbquo;heiß hergehen.
Dazu konnten wir das legendäre  JAZZ COLLEGIUM  Berlin mit seiner großartigen Sängerin Ruth Hohmann gewinnen. Am 18.April um 19.00Uhr war es dann soweit. Nur mit großer Mühe konnten wir die vielen Interessenten im Theatersaal des Kesselhauses unterbringen. Wir waren &dbquo;rappelvoll, eine tolle Kulisse für Swing und Dixieland.
Und vorweg, die Künstler hielten, was ihr Name verspricht.
Durch das Programm führte Bassist und Bandleader Stefan Lasch. Die Band begann zunächst ohne ihre Sängerin mit Hartmut Behrsing (tb),Patrick Braun (sax,cl), Hans Georg Hentschel (tp), Andreas Hentschel (dr), Dr. Volker Kaufmann (p,voc). Es dauerte nur Minuten und wir Zuhörer waren voll in ihrem Bann.
Ruth Hohmann startete mit &dbquo;All of me.Sie begeisterte und gewann das Publikum sofort mit ihrem eigenständigen Jazzinterpretationstalent, voller Natürlichkeit und einnehmender Ausstrahlung.
In der Pause gab es lebhafte Diskussionen bei Wein, Bier und Brezel; das alles vor einem einmaligen Ambiente- den historischen Kesselanlagen.
Nach der Pause hörten wir &dbquo;Let me see, ein hervorragendes Schlagzeugsolo;  Dr.Volker Kaufmann begeisterte mit &dbquo;Rosetta am E-Piano und nicht zu vergessen das Solo am Kontrabass mit Stefan Lasch. Den Schlussteil bildete ein Solo des hervorragenden Posaunisten Hartmut Behrsing mit &dbquo;Tiger Rag.
Ruth Hohmann zog noch einmal das Publikum mit &dbquo;Er ist sauer uff dir und dem &dbquo;Basin Street Blues in ihren Bann.
Als Zugabe hörten wir &dbquo;Blue Berry Hill und &dbquo;Guten Abend, gute Nacht.
Langanhaltender Beifall, ein herzliches Dankeschön und der Wunsch auf Wiederholung beendeten diesen unvergesslichen Abend. Uns wurde berichtet, dass einige noch zu Hause weiter &dbquo;geswingt haben sollen.
Der nächste Höhepunkt im Kesselhaus ist die Teilnahme an der Langen Nacht der Museen am 29.August 2009 .Acht Musiker wollen das Museum in einen &dbquo;Klangraum verwandeln. Einzelheiten geben wir frühzeitig bekannt, aber schon heute laden wir herzlich dazu ein.

Konzertbericht, 29.03.08, "Volles Haus im Jazz Club" Jazzclub Holzminden
Schade, wer es versäumt hat. Das Jazz Collegium Berlin & Sängerin Ruth Hohmann bescherten den Jazzfans im Jazz Club Holzminden, am Samstag den 29. März, einen unvergesslichen Abend. Ihr Mainstreet-Jazz ist durch einen modernen, swingenden Sound geprägt.

Durch das Programm führte Bassist und Bandleader Stefan Lasch. Die anderen Bandmitglieder waren Hartmut Behrsing (tb), Patrick Braun (sax,cl) Hans Georg Hentschel (tp), Andreas Hentschel (dr) und Dr. Volker Kaufmann (p,voc). Die Band begann zunächst ohne ihre Sängerin und brachte die Zuhörer in Stimmung. &dbquo;All of me war dann das erste Stück mit Ruth Hohmann. Sie wird nicht zu unrecht mit Jazzgrössen wie Mahalia Jackson oder Ella Fitzgerald verglichen. Im ersten Set spielte die Band dann noch bekannte Stücke wie &dbquo; Mac the knife, &dbquo;Night and day, &dbquo;Sweet Georgia Brown und &dbquo;Route 66. Auch das Volkslied &dbquo;Nun will der Lenz uns grüssen wurde gekonnt verjazzt.

Der zweite Set begann mit &dbquo;Let me see" und einem hervorragenden Schlagzeug- und Saxophonsolo. Bei &dbquo;Rosetta begeisterte Dr. Volker Kaufmann am Klavier. Auch das Solo am Kontrabass zu &dbquo;Jada war klasse. Das Stück wurde mit tollen Tempowechseln vorgetragen. Sehr gekonnt dann noch &dbquo;Moonlight in Vermont und &dbquo;Flying Home zum Schluss des zweiten Sets.

Ein Solo des glänzend aufgelegten Posaunisten zum &dbquo;Tin Roof Blues" eröffnete den letzten Teil des Abends. Bei &dbquo;I love you, &dbquo;Er ist sauer auf dir und dem &dbquo;Basin Street Blues" zeigte Ruth Hohmann noch mal ihr ganzes Können. Zum Schluss gab es einen langen Applaus des gegeisterten Publikums und die Band gab noch zwei Zugaben. Mit &dbquo;Blueberry Hill und &dbquo;Guten Abend, Gute Nacht endete ein aussergewöhnliches Konzert im Jazz Club Holzminden. Dass Ruth Hohmann und das Jazz Collegium Berlin recht bald wiederkommen sollen, darüber waren sich alle einig.

Schwaanerblatt, 21.01.08 "Swingtime" Leserbrief Fam. Roßberg
Als rhythmische Qualität des Jazz - Jazzstil der dreißiger und vierziger Jahre - bekannt als Musik für Bigbands wie Count Bassie, Duke Ellington, Benny Goodmann, Hing Grosby und viele Bands danach auch in Deutschland. Als Fortsetzung im neuen Gewand hatte zum J. Konzert 2008 wieder die Sachgasse 25 am vergangenen Sonnabend eingeladen.
Erwartungsvolle Gäste, dicht gedrängt bis auf den letzten Platz, waren gekommen um ein Konzert der besonderen Klasse zu erleben. Wer konnte den Ansprüchen der Swingklassiker wohl genügen?
Die Antwort daraufließ nicht auf sich warten.
Als die ersten Töne von Dr. med. Volker Kaufmann am Klaviar und Tonmeister Stefan Lasch am Kontrabass ertönten wurde es still im Lokal und man spürte eine ungewöhnliche Atmosphäre. Die große alte Dame des Jazz, Ella des Ostens" Ruth Hohmann" ( geb. 1931 in Eisenach) betrat unter stürmischen Applaus das Podium. 1m Stil von Ella Fitzgerald und Mahalia Jackson, aus einer vergangenen Epoche, interpretierte sie bekannte Weisen in neuer, von ihr geprägten, mitreißenden Art und einer bezauberten Stimme. Kein Wunder, das Publikum war.. von der 1. Minute an auf ihrer Seite und lauschte aufmerksam, bewundernd und auch nachdenklich den Songs und in Noten gefassten Geschichten mit einer Gestik und Dynamik sondergleichen.
Besonders ihren Zuhörern gefielen: " Und der Haifisch der hat Zähne" aus der Dreigroschen Oper von Brecht/Weil, Night and Day, Sweet Georgia Brown und eigene Texte auf bekannte Jazzstandards. Mit kindlicher Stimme antwortete sie tief: zum Verwechseln ähnlich, dem lachenden Onkel Satschmo Armstrong.
Als Zugabe und Dank brillierte sie mit Brahms "Morgen früh, so Gott will, wirst du wieder geweckt."
An dieser Stelle muß Jobenswert das einfühlsame Zusammenspiel ihrer musikalischen Begleiter erwähnt werden, das sich aus jahrelanger Zusammenarbeit ergibt. (1974) Sie selbst spricht bei ihren großen Erfolgen immer nur von der" Band", dem Jazz Collegium Berlin.
Was uns an diesem Abend angenehm auffiel: Der Bassist Stefan Lasch führte mit lustigen, aber sachlichen Worten durch das Programm und leitete geschickt von einem Song zum anderen. Er brauchte dazu keine mit Karteikarten ringende Hände oder Kugelschreiber zum Spielen. Über die Worte: " und ä h m ja" verfügte er nicht, sondern nur ein wohlklingendes und deutliches
Deutsch.
In allem ein gelungener, geselliger Abend unter Freunden an dem auch der NDR Hamburg nach kurzer Zeit wieder in Schwaan aufzeichnete und dessen Kameramann zeitweise vor den Füßen der Gäste, fast auf dem Boden liegend, einige Passagen auf das Objektiv der Kamera bannte.
Dem Team der Sackgasse 25 wünschen wir noch weitere Höhepunkte bei vollem Haus für das Jahr 2008.
 
ND, 10.01.08 "FREUDE AN JAZZ, LYRIK UND PROSA" von Walter Kaufmann
Wie ein Magnet. Schon seit vielen Jahren ist »Jazz-Lyrik-Prosa« ein Erfolg und füllte gerade wieder die Komische Oper in der Behrenstraße in Mitte bis auf den letzten Platz. Das lässt dem rührigen Spiritus Rector Werner Josh Sellhorn das Herz höher schlagen. Denn wieder einmal wird hier bewiesen, was zu DDR-Zeiten die Leute auf die Beine brachte, zieht noch immer.
Warum? Das ist so, weil das Berliner Jazz Collegium einfach gut ist und weil es die Sängerin Ruth Hohmann dabei hat. Diese Künstlerin ist und bleibt phänomenal. Bei der Art, wie sie Freight Train Blues hinlegt, würden ihr die Südstaaten-Tramper von Alabama bis Mississippi mit blankem Erstaunen lauschen. Woher hat diese Deutsche das, fragt man sich.
Und was die Schauspielerin Walfriede Schmitt angeht, die ich wegen ihrer jüdischen Geschichten schätze, die kann auch singen und zudem noch mit großer Präsenz einen Text Hölderlins so vortragen, dass die Leute in sich gehen.
Doch dann wieder gehen sie aus sich heraus und lachen, dass es widerhallt, wenn Edgar Külow, der sich älter macht als er ist, »Die Mongolen kommen« darbietet - was, wie man hört, ihm zu DDR-Zeiten versagt war. Und alle applaudieren fröhlich, nachdem Ursula Staack vom Deutschen Theater und Ursula Werner vom Maxim-Gorki-Theater Kabinettstücke über die Rampe gebracht haben wie »Knupperkirschen mit Vanilleeis« und »Ucki, Ucki, Schnork ­Schnork«.
So etwas wie »Jazz, Lyrik, Prosa« will erlebt sein. Folglich war wieder - wie gern berichtet - die Komische Oper für dieses Programm prompt ausverkauft.

MOZ 29.10.07 "Der Funke sprang über" 6. Jazz-Tage begeisterten Publikum.... von Cornelia Link
....Der anschließende Auftritt der legendären DDR-Jazzsängerin Ruth Hohmann (74) (Ruth ist &dbquo;75 red. Anmerkung) und dem ,,Jazz-Collegium Berlin" brach im Haus alle Vorverkaufs-Rekorde. &dbquo;Wir hatten weit mehr verkaufte Karten als Stühle, erinnert sich Friedrich Stachat, der beim Ansturm kurzerhand an der Kasse aushalf. Weggeschickt wurde niemand - stattdessen Stühle aus allen Etagen in den Musikkeller geschafft. Begeistert von Standards und Variationen waren Jugend und auch Ältere, die Ruth Hohmann noch aus der eigenen Jugend kannten. &dbquo;Hans Rosenthals wäre beim Konzert ständig mit dem Ausruf &dbquo;Spitze" in die Luft gesprungen, lobten Jürgen und Heidi Luban seit Jahren Stammgäste der Jazz-Tage. &dbquo;Es war eine tolle Atmosphäre, wir waren innerlich richtig aufgeregt, gaben die Fürstenwalder zu. &dbquo;In dem kleinen Klub springt der Funke zwischen Band und Publikum schnell über, das ist das große Plus des Festivals.....

Märker 18./19.08.07 " 35 Jahre JAZZ COLLEGIUM Berlin - Jazzklänge - keine Session im üblichen Sinn"
von Margot Schöning

Bei den Himmelpforter Klassiktagen sind Ruth Hohmann, die Grand Dame des Jazz, und ihre jazzige Begleitung, das Jazz Collegium Berlin, inzwischen ein Magnet, für den der Veranstalter zunehmend mehr Tische und Stühle auf den gepflegten Rasen das Landhaus-Hotels stellen muss.
Obwohl schon 75 Jahre alt, hat die zierliche, stimmgewaltige Professorin Hohmann mit sehr viel Sinn für Humor ver‧sprochen, im nächsten Jahr wieder zu kommen. Nicht von ungefähr stand sie auch im knüppeldick vollen Innenhof des Köpenicker Rathauses am letzten Wochenende im Mittelpunkt, war der viel umjubelte Star der Jamsession zum 35. Jahrestag ihrer Band, dem Jazz Collegium Berlin.ln der Reihe "Jazz in Town" wurde über drei Stunden lang mit vielen Gastsolisten eine musi‧kalische Collage aus Anekdoten und historischem Bildmaterial zu 35 Jahre Bandannalen in den lauen Köpenicker Sommerabend gejazzt. Die Geschichte begann mit sechs jungen Männern, die anno 1972 im Stimmzimmer der Komischen Oper zu Berlin beschlossen, eine Dixielandband zu gründen. Da zu jener Zeit alles Englische von der Staatsmacht sehr skeptisch beäugt wurde, nannten sie
Die Gründer, Hartmut Behrsing (Posaune) und Ernstgeorg Hering (Trompete), sind nach 35 Jahren noch immer dabei. 1974 kam Ruth Hohmann zur Band. Seitdem ist das "JAZZ COLLEGIUM" aus
der Szene nicht mehr wegzudenken. Im Vergleich zu anderen traditionelle Jazzbands schlug das &dbquo;COLLEGIUM einen Mainstream-Weg mit einem stets modernen, swingenden Sound ein. Ein Konzept, dem die Band bis heute treu geblieben ist. Nicht nur in Clubs und auf Konzertpodien avancierte die Band. Veranstaltungsreihen &dbquo;Jazz - Lyrik - Prosa",  &dbquo;Jazz im Frack" oder "Classic Opeen Air - das "JAZZ COLLEGIUM" entwickelte sich zu einer Band mit einem hohen musikalischem Anspruch. Die Vielseitigkeit zeigte sich auch in Inszenierungen an der Volkbühne und der Komischen Oper Berlin ("Catull's Liebe zu Les‧bia" 1974, "Momus Suche nach dem verlorenen Traum", 2003) sowie in TV- und Filmproduktionen oder durch die Teilnahme an Jazzfestivals in Polen, Holland, Ahrenshoop, Berlin- Köpenick und beim Dresdener Dixielandfestival. Bei der ausverkauften Jubiläums Homage übernahm Schauspielerin Walfriede Schmitt den Part der "Geschichtchen- Erzählerin ". Im zweiten Teil dieses besonders reizvollen Konzertes jazzten die Bandmitglieder Hartmut Behrsing, Hans Georg Hentschel, Ernstgeorg Hering, Patrick Braun, Andreas Hentschel, Volker Kaufmann und Stefan Lasch mit befreunden Stars der Jazzszene von gestern und heute wie Sören Pehrs, Ernst-Ludwig Petrowski, Peter Tüllmann, dem langjährigen Leipziger Musikprofessor Konrad Körner, Benjamin Kreaf,  Mathias Hessel, Wolfgang Eckardt, Bernd Ratmeyer und Horst Würzebesser.
Keine Session im üblichen Sinn wurde geboten, sondern Spezial-Arrangements, bei denen jeweils ein Instrument im Mittelpunkt stand.
Premiere hatten zum Schluss die stimmgewaltigen "Ruth Hohmann Singers". Ruth Hohmann, Uschi Brüning, Charlotte, Voigt, Tim Mohn und Volker Kaufmann rissen mit ihren Interpretationen von Jazzklassikern wie "Jersey Bounce", "Bye Bye Blackbird", "Sentimental Journey" und "Girl Talk'" die Zuhörer von den Stühlen. Erst kurz vor Mitternacht begaben sich die Gäste auf einen beschwingten Heimweg.

Mitteldeutsche Zeitung, 05.07.07, Mit "Ruthchen" in die Pause von Ute van der Sanden
Die Berliner Jazzsängerin Ruth Hohmann jammt mit den Muldebuben im Theaterkeller

Dessau-Roßlau/MZ. Sie gilt als "First Lady of Jazz" in der DDR, war die erste Dozentin für Jazzgesang bei "Hanns Eisler" in Berlin. Sie stammt aus Eisenach, man hört es noch: Hatte "wegen Dabdudei und Englisch" Berufsverbot. Sie gibt die komische Alte so überzeugend wie die feinfühlige Blues-Interpretin. Sie gibt ihre Jahre offen zu: 76 wird sie demnächst. Und sie ist mit dem Dessauer Dramaturgen Ernstgeorg Hering befreundet, der sie am Montag zu "Jazz und Poesie" ins Anhaltische Theater holte.
Fesselnde Erzählungen
Ruth Hohmann verkörpert ein Stück Musikgeschichte, sie arbeitete mit allen; die im Mauerstaat erfolgreich Jazz spielten, darunter Manfred Krug, Günter Hörig, Klaus Lenz, Ernst-Ludwig Petrowsky, Günter Sommer. Mit Fips Fleischer tourte, mit Helga Hahnemann korrespondierte sie. Putzig, wie. die agile Lady im Theaterrestaurant einen Break erklärte: ein Loch, das der Gesangssolist fülle.' Flugs brachte sie ein Blues-Schema unter die Leute: "Sohön hab ich 'nen Chorus!" Hohmanns Erzählungen gerieten fesselnd. Anekdotisch. Nur ein bisschen nostalgisch. Und voller Selbstironie: "Früher hab ich so hoch gesungen, wie ich heute gar nicht mehr denken kann!"
Ihre Bühnenpräsenz aber ist überwältigend. Ihr kosmopolitischer Gesang spiegelt die Einflüsse von Mahalia Jackson bis Ella Fitzgerald wie das eigene Musikerleben. Zwar erinnerte die Stimme an eine, nun ja, in die Jahre gekommene Ziehharmonika. Doch zeigte sie sich technisch gut in Schuss, und so intonierte Ruth Hohmann superb, die noch volle mittlere und tiefe Lage ausreizend.
Sie sang Swing, Blues und New-Orleans-Jazz, ließ die Übergänge zu Jazzschlager und -chanson verfließen. Sie jammte mit der Mulde Jazz-Buben-Band und klang apart im Trio mit Posaunist Hartmut Behrsing und Stefan Lasch am Bass. Beim Scat glitt sie geschmeidig durch die Vokalisen, immer wählte sie gekonnt aus ihrem großen Klangfarbenspektrum. Sie plapperte' den "Maple Leaf Rag" und schmiss dazu die Beine, sie trällerte Brahms' "Guten Abend, gut Nacht" in der 'charmantesten Version, seit es Jazz-Adaptionen gibt. Und fiel in "I can't give you" mit sich selbst ins Duett, krächzend wie Louis Armstrong und fiepend wie Eartha Kitt - hinreißend! ....Existierte der Zuschauerpreis für ein Lebenswerk, "Ruthchen" hätte ihn bekommen.

ND, 06.01.07 / Satire, Jazz und Radschlag, Jazz-Lyrik-Prosa begeisterte auch beim 222. Mal von Walter Kaufmann
Man sollte sich den alljährlichen Januar-Termin in der Komischen Oper vormerken – allein schon aus Solidarität. Und natürlich wegen des Vergnügens, das man haben wird. Ruth Hohmann, diese Ruth seventy five mit dem Jazz Collegium Berlin, war am Donnerstag quer durch diesen nun schon 222. Abend von »Jazz–Lyrik–Prosa« von rauschendem Beifall begleitet und legte einen Abschiedsblues hin, der auch die Schwarzen von New Orleans Basin Street von den Stühlen gerissen hätte.
Und spätestens, als Peter Bause sich als lebenslänglicher Angestellter beim »Theater Deutschland« zu erkennen gab (Intendantin Angela Merkel), hatte er die Lacher auf seiner Seite – da brauchte es nur noch Texte wie die von Hans J. Stein und Willi Bredel, um das Publikum rundum zu gewinnen.
Wer schlug am Ende aus lauter Übermut ein Rad auf der Bühne – und warum? Wiglaf Droste war es, Autor, Sänger, Tausendsassa der Medien, den es gepackt hatte, weil er auch mit seiner Satire auf die Brandenburger blendend angekommen war. Auch Lutz Stückrath, Borstenhaarschnitt und flinke Zunge, sowie Madeleine Lierck, kesse Berliner Göre wie elegante Lady, gaben zum Jubel ihrer Fans dem Affen Zucker. Und allesamt, dazu die sechs genialen Musiker des Jazz Collegiums, wurden stolz-vergnüglich von Josh Sellhorn moderiert, der auch das Programm gestaltet hatte – und sich darauf verlassen darf, dass im Januar 2008 bei »Jazz-Lyrik-Prosa« die Komische Oper wieder ausverkauft sein wird.

Mäker, 26.27.8.06 / Leben für den Jazz von Margot Schöning
Mit einer sommerlichen, jazzigen Abend-Session, mit gut vier swingenden Sternstun" den feierten nahezu alle Größen des DDR-Jazz und viel Jazz-Volk den 75. Geburtstag der Grand Dame des Jazz. Schon 2005 wie auch in diesem Jahr hatte Jazz Collegium Moderator und Bassist Stefan Lasch nicht nur während des Jazz-Brunch in Himmelpfort dezent humorvoll und mit unübersehbarem T-Shirt-Hinweis immer wieder das dreiviertel Jahrhundert der ältesten und aktivsten Jazzsängerin Deutschland angekündigt. Er wurde vielfach gehört. Der Innenhof des Köpenicker Rathauses war gerammelt voll. Fast bogen sich die harten Holzsitzbänke. Das Servierteam hatte Mühe, sich mit vollen Tabletts durch die Reihen zu quetschen. Ausverkauftes Haus, dazu 120 geladene Gäsc te, dicht vor der Bühne platziert. Von der bevorstehenden Fülle, der stundenlangen Begeisterung und Ehrerbietung konnte Ruth Hohmann nur etwas ahnen, als sie am hinteren Tor des Köpenicker Rathauses aus dem Wagen stieg. "Was haben die nur mit mir vor?", fragte sie. Dass an einer kreativ großen Überraschung gestrickt wurde, blieb nicht verborgen. Schon der Auftakt hatte es in sich. Alle Musiker spielten für die zu Beginn noch schwarz gekleideten Geburtstagslady "Happy .Birthday" aus dem Publikum heraus. Dann begann auf der Bühne die Gratulationskur musikalisch und per Wort, Takt auf Takt. Per Leinwanddirektschaltung überraschte aus Australien der einstige Collegium Schlagzeuger Karl Vetter mit seinem selbst ,verfassten Gedicht....
Das alles rührte Ruth Homann unendlich, auch die 75 RoseIl, "die.junge Gastronomen ihr einzeln überreichten. Sie setzte ihrer Jazzmesse fast einen Schlusspunkt, als sie auf der Bühne singend tanzte, die Beine in die Luft schwang und in die Hocke ging. Darauf hatten viele gewartet. Und das mit 75. Jahren. Der Jazz hat sie jung gehalten....
In den'vergangenen Jahren ließ die souveräne Jazzlady ihr Publikum jubeln, wenn sie eigene deutsche Texte wie "Er ist sauer uff dir" auf klassischen Jazz Titeln zum Beispiel von "Goddy, goddy" vortrug. Man musste nicht unbedingt Berliner sein, um ihr musikalisches Berlinern zu verstehen. Im nächsten Jahr will sie wieder zu den Klassiktagen nach Himmelpfort kommen.

Melodie & Rhythmus Ausgabe 11, August 2006 / Ruth Hohmann - Lehrerin, Künstlerin, 75 - von André Herzberg
....Es gab noch andere Lehrer an der Hochschule, abgehalfterte Schlagersänger, doch sie und der Leiter der Abteilung Tanzmusik Alfons Wonneberg hatten eine Nische gebaut, in der ich unterkriechen konnte, gegen den Widerstand der Schlagersängerin. Wichtiger war, Ruth nahm mich ernst, ich wusste damals, was ich nicht wollte, viel schwieriger war es, meine Vision meiner künstlerischen Zukunft zu finden. Also sang ich, ...alles Mögliche, Noten besorgte ich mir in der Bibliothek der amerikanischen Botschaft. Sie hatte das Zimmer 119 in der Hochschule, "Machen Sie mich nicht immer nach! ", warf ich ihr vor, aber genau das war es, sie führte mir alle meine Eitelkeiten vor. Aber niemals trampelte sie auf mir rum oder kam mir mit Verboten. Musik ist eben auch Handwerk, dies konnte man gut an der Schule lernen, Hohmann hat Geduld, Humor, handwerkliches Können. Wenn ich oft von Verboten eingeengt, von Regeln kastriert wurde, war sie anders. Gesang ist die Kunst, die Seele durch den Mund sprechen zu lassen, wenn du das nicht beherrschst, kann es dir kein Lehrer der Welt beibringen, aber den Weg ebnen, das hat sie getan. Und sie lehrte mich Demut vor den Mitspielern, sie hasst bis heute Stargehabe, vielleicht ist sie deshalb auch nie einer geworden. Sie lehrte mich, dass Gesang auch Bedeutung hat - jenseits von Wörtern, nur durch Betonung der "Schnurrediebuhr"......

Ostseezeitung, 6.10.2003
Jazzband-Ball, Klappe die dritte
"76* Jahre alt, eine weiße Blüte n der Jacke - auf den ersten Blick würde Ruth Hohmann gut in ein Damen- Kaffeekränzchen ,passen. Dann aber erhebt sie ihre Stimme und füllt damit den Bernsteinsaal des NeptunHotels. Eine satte, rotzfreche Jazzstimme. Die Kellner bleiben in den Türen stehen, mancher, der gerade sein Glas zum Mund führen wollte, stellt es wieder ab. Alle blicken zu dieser unglaublichen kleinen alten Dame. Ein Energiebündel. "All of me..." So beginnt sie ihren Auftritt - absoluter Höhepunkt des dritten Jazzband-Balls am Sonnabend….."
(*redaktionelle Anmerkung, damals war Ruth Hohmann erst 73! Jahre alt)

Eberhard Wever, Hamburg, 23. Juni 2002
Das Jazz-Collegium (Berlin) spielt auf in Ahrenshoop
Starke Töne ... Laut von andrem Stern,
Jazz - sechs Männer, eine Sängerin, Prof. Ruth Homann (70), alte Herrn:
Spaß und Künstlerstolz auch mittendrin.

Baß, Keyboard, Posaune, Saxophon,
Schlagzeug, Trumpet offen und gestopft,
Musikantentum und edler Ton:
Könnerschaft hat uns ans Herz geklopft.

Musizierend kommen sie in Fahrt,
,allerfeinste Nummern, jedes Spiel,
meisterhaft und auswendig, "by heart":
daß die Funken sprühen, ist ihr Ziel.

Sie setzt Spitzen noch auf Gipfelklänge,
Coloratura ganz phantastisch-toll,
ragt aus allem Arrangement-Gedränge:
Ruth, agil, oktaven-übervoll.

Überzeugende Seniorenschaft,
Erste-Sahne-Jazz-Collegium,
Jazzmusik entsprudelt Lebenskraft:
stehend applaudiert das Publikum.

Super Illu, Nr.34/2002  Die große Dame des Jazz
RUTH HOHMANN - Sie gehört zu den erfolgreichsten Sängerinnen der DDR. 20 Jahre lang unterrichtete sie an der Berliner Musikhochschule. Nun wird sie 71 und swingt noch immer
Jazz ist eine Musik, bei der man Herz, Körper und Geist braucht, die von innen kommt", sagt Ruth Hohmann. Sie muss es wissen. Seit 57 Jahren, seit sie erstmals die Jazz Legende Duke Ellington im Radio hörte, hat sich die Wahlberlinerin dieser Musik verschrieben. Gerade 14 war sie da.
Niemand konnte ahnen, dass sie eines Tages zu den erfolgreichsten Jazz-Sängerinnen der DDR zählen würde. Eher glaubten alle, der gaukelnde kleine Springinsfeld. über den man schon im Eisenacher Theater in der "Puppenfee" lachte, würde beim Kabarett landen. "Aber dazu war keine Zeit", erinnert sich die große Dame des Jazz ohne Reue.
Studentenliebe. Auf der Schauspielschule in Erfurt lernte Ruth den Dramaturgiestudenten Heinz Hofmann kennen. Nach Heirat (Hohmann ist ihr Künstlername) und Umzug nach Berlin, weil Heinz Theater- und Filmkritiker wurde, kam die erste von zwei Töchtern zur
Aktiv und vital. Ruth Hohmann, seit 1992 verwitwet, unterrichtet inzwischen zu Hause. Wenn sie nicht zu Besuch bei einem ihrer sechs Enkelkinder ist, swingt sie mit dem "Jazz Collegium" oder mit Walfriede Schmitt im Programm "Love and Blues" der Reihe "Jazz - Lyrik - Prosa". Zwischendurch gibt's "Jazz im Frack" an der Komischen Oper. Als vor zwei Jahren bei einem Konzert mit der RIAS-Bigband die Musiker aus Anerkennung auf ihre Pulte
klopften, erzählt die 71-Jährige viel zu bescheiden. war das für sie als alte Dame ..schon toll".

Volksstimme, 8.7.1998
Neustart "Jazz und Lyrik" am Anhaltischen Theater Dessau"…Dabei gebe es zu Ruth Hohmann, die mit ein paar witzigen Übersetzungen legendärer Titel nicht nur für Amüsement sorgte, sondern durch ihren griffigen Scat-Gesang einige der besten Musikstücke prägte, Abendfüllendes zu sagen. Auch der vielseitige Rainer "Mäcki" Gäbler hätte für seine vielfachen und gekonnten Soli mit Klarinette, Flöte, Tenor-und Sopransaxophon mehr als eine Namensnennung verdient. Ein gleiches gilt freilich für die ganze Band, die seit 1957 die Freunde des traditionellen Jazz erfreut…"
 
Berliner Zeitung, 1991
Dixie in der Wartehalle - 1. Berliner Jazz Band Ball
Höchste Zeit für diesen ersten Jazz Band Ball in der zusammenwachsenden Hauptstadt. Den widrigen Umständen zum Trotz - das Palais am Funkturm hat die Akustik eines Bahnhofs - startet das "Jazz Collegium" furios - mit Dixieland & Mainstream Jazz a la New Orleans. Allen voran die unvergleichliche Ruth Homann - mit "angeschwärzter" Stimme, Humor und deutschen Texten hat sie das Publikum sofort auf ihrer Seite. Brillant ihre Versionen solcher Standards wie "Sweet, Georgia Brown" und "When The Saints ..." - viel Applaus.

Lutz Pretsch zur LP "Ströme", 1984
Zuletzt sei noch auf eine LITERA-Platte (Nr. 865363) hingewiesen, die zwar bereits seit einigen Monaten im Handel ist, aber durch originäre Note und hohe Qualität Maßstäbe setzt: "Ströme. Negerlyrik aus zwei Kontinenten". Es sind gesungene, gesprochene, geflüsterte und herausgeschriene Texte in hervorragender Nachdichtung, Kraftvoll, ergreifend, nahezu schmerzhaft , expressiv geben sie Einblick in das Fühlen einer Kultur, Rasse, sozialen Schicht. Die kehlige Stimme Wolfgang Dehlers, als Gesangsgegenpart Ruth Hohmann - erstaunlich, was die vielseitige Interpretin hier einbringt -, und die Kompositionen und Arrangements von Tobias Hartleb finden sich zu einer glücklichen Einheit. Dazu gesellt sich eine einfallsreiche Tonregie, .die mit interessanten Effekten (versetzt geschichtete Stimmen) zusätzliche Spannung, und akustischen Reiz einzubringen weiß. Hier wird Hören wirklich zum Erlebnis.
Zutiefst beeindruckt hat mich Auswahl und Gestaltung (Wolfgang Dehler/Ruth Hohmann) der -Lyrik aus zwei Kontinenten, von Litera unter dem Titel "Ströme" heraufgebracht - Das Gebotene zwingt zur Aufmerksamkeit, zum Mitdenken, zur eigenen Stellungnahme, zumal die Texte, in einfühlsamen deutschen Nachdichtungen vorliegend, von Wolf gang Dehler und Ruth Hohmann - ob nun als Aufschrei oder in Reflektion des erwachenden Selbstbewußtseins der Afrikaner und Afroamerikaner -, faszinierend interpretiert werden. Wie beispielsweise Ruth Hohmann, Hochschuldozentin und hochbefähigte Jazzinterpretin, ihre zumeist als Backgroundgesang angelegten Parts ausfüllt, wie sie nuanciert "in der Stimmung" liegt, das verstehen wir beispielsweise unter Nichterlernbar. Mann hat's oder man hat's nicht. Die ebenso aussagewirksame Musik mit Bezugslinien zum Blues und Gospel schrieb der Dresdner Komponist Tobias Hartleb

Der Eulenspiegel, Carl Andrießen, 1979
"Die Jazz-Sängerin Ruth Hohmann, die sich im Bedarfsfall den sogenannten Amateuren des "Jazz-Kollegiums" bereitwillig zugesellt, ist in unserem Land einmalig. Frau Hohmann ist Dozentin und eben deshalb nicht sonderlich jung. Mehr Beifall als sie, falls sie öffentlich mitmacht, kann kaum jemand kriegen. Wenn nur drei von fünfzig singenden Huppdohlen der Hohmann etwas abluchsen würden, dann könnte man glatt von der Musikalität der ehrgeizigen Bienen von heute reden."

Magazin, 1979
Sie hat sich langjährige Verdienste um den Jazz, die Welt des Blues, erworben. Sie hat ihn mit sehr viel persönlichem Einsatz popularisiert, und sie hat von Anfang bis heute bei uns Maßstäbe gesetzt. Wer also wollte Ruth Hohmann in unserem Lande den Titel ,,First Lady" auf diesem Gebiet streitig machen - auch wenn sie selbst davon nichts hören will? ,,First Lady of Jazz" nennt man auch eine, die Ruth Hohmann als ,,das stets unerreichbare Vorbild" empfindet: Ella. Die einheimische Kritik hat die Hohmann oft zu Ella Fitzgerald in Beziehung gesetzt, sie mit vielen lobenden Worten in die ,,Ella"-Nachfolge eingereiht. Gewiß: Ruth Hohmann bevorzugt oft ähnliche Titel, beherrscht wie jene sehr effektvoll den scat-Gesang. Aber sie schätzt diesen Vergleich heute nicht mehr…. .

Der Morgen, 1975
"Frappierend die Wandlungsfähigkeit der Hohmann: mal gedenkt sie schniefend ihres Theo, mal ist sie jodelnde Marionette mal aufgemutzte Opernwalküre, dann wieder nachdenklich-besinnliche Chansonette und nicht zuletzt Jazzsängerin mit ganz eigener Note."Ruth Hohmann sorgt für die notwendigen Glanzlichter mit ihrer bei uns noch immer fast einmaligen Stimme."

Unsere Schlagersterne, Lied der Zeit, 1963
Sie ist eine Sängerin, die sich dem Jazz verschrieben hat und sehr gekonnt zu improvisieren weiß. Vokales Improvisieren ist eine spezielle Art der musikalischen Interpretation, die man in unseren Breitengraden überaus selten antrifft. Ruth Hohmann versucht, mit ihrer Stimme das nachzugestalten, was emotional aus den Gesängen unserer unterdrückten schwarzen Brüder spricht: Freude, Trauer, Sehnsucht. Erfreulich dabei ist, daß sie nicht kopiert, sondern sich bemüht, den Stimmungen und Gefühlen nachzuspüren und durch ihre Art der Interpretation Ausdruck zu verleihen.

Union, Dresden, 13.7.1963
"…es ist ein so tiefes Einfühlungsvermögen in die Atmosphäre des Jazz vorhanden: stilistisch in der Modulationsfähigfkeit des Tones in der rhythmischen Sicherheit und Selbstverständlichkeit. Eine echte Jazzsängerin vorzustellen war dringend geboten.

Sächsisches Tageblatt, 29.5.1962
"Und wie die Ruth Hohmann improvisiert, das ist eine feine Sache! Packend ihre menschliche Ausstrahlung: Ein Mensch steht da und bekennt in Tönen, was er empfindet. Da gibt es nicht Künstliches. Alles ist Leben und Bewegung."

Berliner Zeitung am Abend, 30.11.1961
"…Höhepunkt war zweifellos die Mitwirkung der Jazz-Sänger Ruth Hohmann und Manfred Krug. Beide, besonders aber Ruth Hohmann, die in Ella Fitzgerald ihr Vorbild zu sehen scheint, boten in rech ansprechender Weise das, was den Vokalisten im Jazz charakterisiert: harte, ungetrübte Laute, eine klagende und anklagende, jauchzende und weinende menschliche Stimme."
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